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Stand: 13.02.2015


Schloss-Open - Internationales Wertheraner Schachfestival

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Schloss - Open

Schloss-Open - Internationales Wertheraner Schachfestival

EWG berichtet aktuell
über unseren Verein:

Voll Werther

- 50 Jahre SKW -

Auszüge aus der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum
des Schachklubs Werther



Claus »Eisen« Meyer
Claus Meyer
(1. Vorsitzender)

Die Historie des Schachklubs Werther

Vorbemerkung

Der Bericht verfolgt keineswegs die Absicht, eine vollstän- dige chronologische Übersicht über die 50 Jahre unseres Vereins zu geben. Dies geht allein schon aus dem Grunde nicht, da bei dem Brand im ehemaligen Spiellokal Gasthof Wöhrmann Anfang der 70er-Jahre praktisch das gesamte Material über den SKW den Flammen zum Opfer fiel. Auch sollen die Leser nicht mit endlosen Resultatsdiensten und Tabellenständen aus den verschiedenen Spielklassen traktiert werden. Vielmehr steht im Vordergrund, anhand kleiner Ereignisse an den und um die Schachbretter herum, den Klub in seiner menschlichen Vielfalt und sportlichen Entwicklung vorzustellen.

Dabei ist es selbstverständlich, daß eine Themenauswahl getroffen wurde, die höchst subjektiv ist. Andere Schreiber hätten vielleicht anderen Ereignissen einen Platz in diesem Artikel eingeräumt. Trotzdem hoffe ich, mit meiner Auswahl annähernd das Interesse aller Leser getroffen zu habe.

Danken möchte ich an dieser Stelle dem ehemaligen Mitglied Erwin Dissmann, der mir im Dezember 1998 die Möglichkeit gab, mit ihm ein Interview zu Ereignissen aus den 50er-Jahren zu führen. Ferner geht mein Dank an Paul Sahrhage, der sich in den 80er und frühen 90er-Jahren die Mühe machte, anfallende Dokumente, die den SK betrafen, zu sammeln und sie mir in zwei Aktenordnern zur Verfügung stellte. Seine Akribie in der Archivierung übertrifft die meine bei weitem. Schließlich habe aber auch ich seit meiner Amtszeit als 2. Vorsitzender (1992) einige Materialien zusammentragen können.

Die frühen Jahre

Im Jahre 1949 wurde der Schachklub Werther gegründet. Otto Kalt war der erste Vorsitzende des Vereins. Erstes Spiellokal war der Gasthof Rosendahl, in welchem die frühen Wertheraner Schachenthusiasten in einem kleinen Hinterzimmer ihre Trainings- abende absolvierten. Der Betreiber Paul Rosendahl war gleichzeitig aktives Mitglied und Spieler in der damaligen Wertheraner Schachmannschaft.

Am 1. Juli 1949 meldete Vereinsspielleiter Arthur Bloch dem Kreisspielleiter Gotthard Weichert erstmals eine Formation zur Mannschaftsmeisterschaft in der ersten Kreisklasse. Bloch selber nahm in diesem Team das sechste von acht Brettern ein, während sich der Vorsitzende Otto Kalt mit einer Ersatzposition begnügen mußte. Die eher mäßige Schachbegabung derjenigen Person, die den höchsten Rang im Verein einnimmt, scheint also auch schon damals vorherrschend gewesen zu sein. Die Startgebühr für die Mannschaft betrug zu dieser Zeit bescheidene 1 DM, wobei Bloch den Betrag an Weichert mit fünf Briefmarken zu je 20 Pfennigen beglich!

Konkurrenten des SKW in dieser ersten Saison waren der SV Bockhorst, der SK Borgholzhausen, die erste und zweite Mannschaft des SK Halle sowie SV Künsebeck I und II. Alles Klubs, die bis auf die Formation aus Bockhorst, noch heute im Schachbezirk Teutoburger Wald-West an die Bretter gehen. In seinem Schreiben an die beteiligten Vereine informierte Weichert darüber, daß der Schachverein Hilter sein Ausscheiden aus dem Kreisverband Halle mitgeteilt habe, während die Vereine Dissen, Rothenfelde und Versmold keine Mannschaftsmeldungen abgegeben hätten.

Die Spielregeln muten für heutige Verhältnisse archaisch an. Reisekosten konnten von den Auswärtsmannschaften den Gastgebern in Rechnung gestellt werden. Jeder Spieler hatte zwei Stunden für die ersten 40 Züge, danach eine halbe für weitere zehn. War danach keine Entscheidung gefallen, mußten die beiden Spitzenspieler der gegnerischen Vereine die Stellung abschätzen. Bei Einspruch gegen deren Entscheidung war der ablehnende Spieler verpflichtet, auf eigene Kosten die Partie bei seinem Kontrahenten zu beenden.

Not machte erfinderisch

Angesichts der damaligen Materialnot verwies Kreisspielleiter Weichert in seiner Ausschreibung noch auf den Neuenkirchener Drechslermeister Nolte, der Schachfiguren zum Preis von nur sechs DM an Vereine liefere.

Für die Saison 1950 liegt eine Abschlusstabelle vor, nach der der SK Werther in der 1. Kreisklasse unter acht Mannschaften den sechsten Rang belegte. Mit 3:4 Punkten (6:8 nach heutigen Maßstäben) schnitt das Team zwar nur mäßig ab, war aber als einzige Formation in der Lage, den damaligen Kreismeister Borgholzhausen zu bezwingen (4,5:3,5). Die Piumer waren ansonsten unangefochten mit zum Teil sehr hohen Siegen durch die Punkterunde marschiert. Im gleichen Jahr sicherte sich der Haller Heinz Stephan die Einzelkreismeisterschaft. Bei diesem Turnier belegte der Wertheraner Teilnehmer Arthur Bloch ohne Punktgewinn den siebten und letzten Rang.

In den 50er-Jahren etablierte sich das Schachleben in Werther zusehend. Zwar mußten die SK-ler 1952 den Gasthof Rosendahl wegen zu geringen Verzehrs räumen. Im Hotel Rentsch und ab 1957 dann im Gasthof Wöhrmann fanden die Denksportler jedoch eine neue Bleibe. Hier spielte man bis zum besagten Brand Anfang der 70er-Jahre.

Auch in der Vereinsführung tat sich etwas. Am 18. Februar 1952 meldete der Schrift- führer Hans-Joachim Marx (Bild unten rechts, 3. v. l.) dem Verbandskassierer Albert Becker den neuen Vorstand. Heinz Borkowski hatte als Präsident Otto Kalt beerbt, der seinerseits das Amt des Stellvertreters eingenommen hatte und später die Jugendarbeit im Verein betreute. Borkowski seinerseits wurde 1957 vom Schachfreund Rudolf Junge abgelöst. Neuer Spielleiter war Hans Schrinner.

Starker TuS Langenheide

Im Oktober 1951 wurde auch erstmalig eine zweite Mannschaft in der 2. Kreisklasse gemeldet, die sich mit der Schachabteilung des TuS Langenheide lokaler Konkurrenz gegenübersah. Hier saß mit Bruno Rückbrodt ein Aktiver am sechsten Brett, der in den 80er-Jahren für einige Zeit Vereinsvorsitzender des SK Werther werden sollte.

Langenheide entwickelte sich im folgenden sogar zu einem recht erfolgreichen Verein. 1957/58 spielte die Mannschaft in der Bezirksklasse, verstärkt durch die ehemaligen und späteren Wertheraner Erwin Diembeck, Kurt Bohlmann, Paul Sahrhage und Arthur Bloch. Erstgenannter wechselte im Oktober 1959 zum SKW.

Mittelpunkt des Turnierbetriebs in den frühen Jahren waren die Offenen Stadtmeister- schaften, auf die in Ausschreibungen und Zeitungsartikeln immer wieder hingewiesen wurde. Für die Jahre bis 1962 sind die Resultatslisten der Stadtmeisterschaften leider nicht immer vollständig erhalten. Besonders erfolgreich scheint jedoch Erwin Dissmann (Foto unten rechts, 2. v. r.) gewesen zu sein, für den sich 1954, 1956 und 1962 der Titelgewinn eindeutig nachweisen läßt. Nach eigenem Bekunden ist er fünf oder sechsmal Stadtmeister in Werther gewesen. Der Wertheraner Rudolf Lastin konnte Ende der 60er-Jahre sogar die OWL-Meisterschaft erringen.

Der Grundstein des Erfolgs lag auch damals in der Jugendarbeit

Auch im Jugendbereich wurden dank der rührigen Arbeit Otto Kalts (Foto unten links, 1. v.r.) regelmäßige Veranstaltungen angeboten. Neben Schachlehrgängen, die in den Räumlichkeiten der Volksschule stattfanden, ermittelte man wiederholt den Stadtmeister im Nachwuchsbereich. Hier taucht im Jahr 1956 auf Rang zwei ein Name auf, der noch heute für höchste Schachqualität an den Brettern der Wertheraner Verbandsliga- mannschaft bürgt: Reinhard Geisler. War Jugendleiter Otto Kalt der Meinung, die Jugendlichen seien stark genug, um dem Verein beizutreten, so konnte der SKW neue Mitglieder aus seiner Fördergruppe begrüßen.

Ausflug Ausflug
Die Geselligkeit kam in den ersten Jahren ebenfalls nicht zu kurz. Die Fotos zeigen einige Schachfreunde während eines Ausflugs zu »Wulfmeier« in den 50er-Jahren. Wirkte er hier noch recht sicher, so musste der damalige Vorsitzende Heinz Borkowski (linkes Bild, 2.v.l.) am Ende des Wandertags von seinen Kollegen nach Hause gebracht werden. Grund dafür war der an diesem Tag unverhältnismäßig hohe Alkoholkonsum des Präses, so die Erinnerungen Erwin Dissmanns.


Die Jahre seit 1981

Für die Zeit in den 60er-Jahren fehlen Informationen. Der Spielbetrieb ruhte dann ab 1973, bedingt durch einige Vereinswechsel und Umzüge, praktisch ganz. Zuvor hatte der Verein mit seinen begabten Spielern Ende der 60er-Jahre sogar einmal den Sprung von der Bezirksebene in die Landesliga geschafft, wo man ein Jahr verblieb. Danach wechselte das Nachwuchstalent Rainer Gudath zum Nachbarn SK Halle. Später sollte Gudath in der Haller Regionalligamannschaft für einige Furore sorgen. Auch den talentierten Reinhard Geisler zog es u.a. nach Halle und Bielefeld, ehe "Hacker" 1988 - ausgestattet mit einiger NRW-Liga-Erfahrung - zu seinem Stammverein zurückkehrte und in der damaligen Verbandsklassenmannschaft des SK Werther wieder das erste Brett einnahm.

Das wohl einschneidendste Ereignis für den Schachklub war aber der Brand des Spiellokals Wöhrmann im Jahre 1973. »Neben dem Verlust des Spielmaterials traf eines den Verein besonders hart: Wichtige Vereinsunterlagen, Dokumente der ersten 24 Jahre Vereinsgeschichte zerfielen zu Staub und Asche.« So beschreibt es das »HALLER KREISBLATT« in einem Artikel vom Juli 1993, in welchem der SKW in einem Vereinsportrait vorgestellt wird.

Neuaufbau mit Willi Esselmann

Erst 1981 machten sich einige Wertheraner Schachfreunde daran, nach den Jahren der sportlichen »Diaspora« den Spielbetrieb in der Stadt wieder aufzunehmen und die Schachtradition fortzusetzen. Wilhelm Esselmann wurde erster Vorsitzender der »Neuzeit« und sorgte mit dem Aufbau einer geregelten Jugendarbeit auch gleich für einen adäquaten Unterbau im Verein. Für das Nachwuchstraining beantragte er im Januar 1982 bei der Stadt Werther das Nutzungsrecht für das Sportlerheim am Fußballplatz. Dieses Recht wurde dem SK im März 1982 von der Stadt Werther zugesprochen. Zusammen mit der Kyffhäuser Kameradschaft war Esselmann somit in der Lage, jeweils mittwochs von 16.00 bis 19.00 Uhr einen geregelten Übungsbetrieb anzubieten. Die »Großen« hatten derweil ihre Spielstätte im Restaurant »Tannenkrug« gefunden, mit welchem im Dezember 1982 ein offizieller Mietvertrag abgeschlossen wurde. Die jährliche Miete für das Lokal betrug damals »bis auf Widerruf 250,- DM«.

Odyssee durch Werther

Zu diesem Zeitpunkt konnte wohl niemand ahnen, daß dem Schachklub in punkto Spiellokal in den folgenden Jahren eine wahre Odyssee durch Werther noch bevorstand. Schon bald nämlich veranlaßte der Anbau an der Ampelschule die hiesigen Vereine - darunter auch der SKW - dazu, eine neue Unterkunft zu beantragen. Hier erhielten die Denksportler im Herbst 1986 ihr Domizil. Übergangsweise waren bereits vom Oktober 1985 bis April 1986 die Meisterschaftsspiele im Feuerwehrgerätehaus ausgerichtet worden, da diese seit dem Herbst 1985 nicht mehr im "Tannenkrug" durchgeführt werden konnten. Ab dem Januar 1986 war dann der Trainingsbetrieb auch in dieser Gaststätte nicht mehr möglich. So mussten die Schachspieler kurzzeitig in die Ampelschule und den Speiseraum der Böckstiegel-Schule ausweichen.

Der SK Werther blieb aber auch in der Folgezeit notgedrungen umzugsfreundlich. Nach der Ampelschule folgte das Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt an der Wiesen- straße, das von 1990 bis 1995 die Heimstatt der Schachfreunde wurde. Nach einer nicht mehr bezahlbaren Mieterhöhung und einem vergeblichen Versuch, erneut Spielrecht im Feuerwehrgerätehaus zu erlangen, fand man sich 1995 im Hauswirtschaftsraum der Böckstiegel-Schule wieder. Im Sommer 1997 erfolgte ein erneuter Umzug in das Herrenhaus der Bürgerbegegnungsstätte, ehe nunmehr seit dem Januar 1998 das »Storck-Haus« im Zentrum von Werther die heimischen Brettakrobaten beherbergt. Den offiziellen Startschuss für diese Partnerschaft stellte eine Partie zwischen dem SK-Vorsitzenden Claus Meyer und Josef Klocke, dem Leiter der Volkshochschule Ravensberg dar, in deren Trägerschaft sich das »Storck-Haus« befindet.

Vereinsfoto zum 50jährigen Jubiläum
Der Schachklub Werther (immerhin fast die Hälfte aller Mitglieder) im Jubiläumsjahr vor dem neuen und hoffentlich endgültigen Domizil - dem »Storck-Haus«

Die Krisenjahre

Immerhin taten die permanenten Umzugsaktionen der sportlichen Entwicklung des SKW keinen Abbruch, wie an anderer Stelle des Hefts nachzulesen ist. Dieser Aufstieg war nicht zu allen Zeiten in den 80er-Jahren so absehbar. Mehr als der Mangel an guten Spielern machte zeitweise eine allgemein niedrige Spielmotivation dem Trainings- und Turnierbetrieb zu schaffen. So wurde bereits auf der Jahreshauptversammlung 1985 »eine meist unzureichende Einstellung vieler Aktiver« bei der Stadtmeisterschaft negativ angemerkt. Der auf derselben Versammlung zum neuen Vorsitzenden gewählte Jürgen Schäfer (er löste Willi Esselmann im Amt ab) sah sich zwei Jahre später in seiner Einladung zur JHV sogar genötigt, von einer »Jahreskrisenversammlung« zu sprechen.

Den Grund für seine Geisteshaltung machte Schäfer in seinem Schreiben unmiss- verständlich deutlich. »Im Auftrag der Enttäuschten«, sprich der Verantwortungsträger des Klubs, mahnte er eine Zunahme von Lust und Engagement im Verein an, da ansonsten eine Weiterarbeit für die betreffenden Funktionäre wenig Sinn mache. In diesem Zusammenhang beklagte Schäfer ebenfalls eine schleppende Zahlungsmoral in der Frage der Mitgliedsbeiträge, die nach seinen Worten z.T. noch aus dem Jahre 1985 offen stünden. Sein Hinweis in eigener Sache, »keine Zeit mehr zu haben«, deutete zudem darauf hin, daß den SK Werther ein neuer Vorsitzender übernahm. Der bis dato als Spielleiter und Geschäftsführer tätige Bruno Rückbrodt beerbte Jürgen Schäfer im Amt und konnte offensichtlich auch ein drohendes Auseinanderdriften des Vereins verhindern, der spätestens ab Ende der 80er-Jahre intern wieder besser funktionierte und nun auch bei den Verbandsspielen seinen Siegeszug antreten konnte, der ihn bis in die Höhen der Regionalliga führte.

Neuer Schwung durch den Nachwuchs

In der Vorstandsetage des Vereins tat sich nun in relativ kurzen Abständen einiges. 1991 wurde Werner Böttcher, obwohl kaum ein Jahr Mitglied des SK Werther, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auf der Jahreshauptversammlung 1990 hatte der Vorsitzende Bruno Rückbrodt bereits seinen Rücktritt angeboten, wurde aber im Verlauf diese Zusammenkunft doch noch einmal zum Leiter der Denksportler erkoren. 1990 war auch ein 2. Vorsitzender dem Chef an die Seite gestellt worden. Bernhard Sahrhage hatte sich in einer »Kampfabstimmung« mit 7:3 gegen Claus Meyer durchgesetzt.

Die Jahre 1992 bis 1994 sollten erneut von entscheidenden Weichenstellungen begleitet sein. 1992 wurde bis auf den Vorsitzenden Werner Böttcher ein ganz neuer Vorstand bestimmt. Bei der Jahreshauptversammlung wurden Claus Meyer (für Bernhard Sahrhage) zum 2. Vorsitzenden, Bernhard Sahrhage (für Armin Brückner) zum Kassenwart, Holger Sahrhage (für Paul Sahrhage) zum Spielleiter sowie Stephan Kanditt zum neuen Jugendwart gewählt.

Dieses Präsidium nahm im darauffolgenden Jahr einen weiteren »revolutionären« Schritt vor: Der SK Werther, bis dahin lediglich in den jeweiligen Verbands- und Bezirksstatuten offiziell als Verein geführt, sollte ein »eingetragener Verein« (e.V.) werden. Schon im Jahre 1984 hatte der damalige Spielleiter Bruno Rückbrodt handschriftlich eine inoffizielle »Vereinssatzung« entworfen, die den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung zur Bestätigung vorgelegt werden sollte. Nunmehr war die Klubführung von Rechts wegen gezwungen, eine Gründungsversammlung einzuberufen, eine Satzung vorzulegen und den Eintrag als e.V. notariell absegnen zu lassen.

Der SK Werther wird e.V.

Am 4. Februar 1993 fand die Außerordentliche Jahreshauptversammlung statt, auf der über die Satzung des Schachklubs abgestimmt wurde. Von 16 stimmberechtigten anwesenden Mitgliedern stimmten 15 für, eins gegen die Satzung. Zuvor war die Frage gestellt worden, warum angestrebt sei, ein e.V. zu werden. Der Vorstand verwies auf die rechtlichen und versicherungstechnischen Vorteile eines eingetragenen Vereins sowie auf die finanziellen Zuwendungen vom Landessportbund. Um diese erhalten zu können, mußten (leider?) auch die Jahresbeiträge der Schachaktiven angehoben werden und auf das offiziell geltende Niveau gebracht werden. Dieser Antrag wurde mit elf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen.

Ins Vereinsregister eingetragen wurde der SK Werther dann mit Wirkung vom 13. Juni 1994. Allerdings hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits Änderungen in der Zusammen- setzung des Vorstands ergeben. Werner Böttcher hatte nach drei Jahren seinen Posten zur Verfügung gestellt und war auf der Jahreshauptversammlung vom 9. Juni 1994 von Claus Meyer als Präsident abgelöst worden. Bei der Kandidatur für das Amt des 2. Vorsitzenden war Böttcher übrigens etwas überraschend mit 5:9 Stimmen Andreas Diembeck unterlegen, der seitdem Claus Meyer assistiert.

Aber das Vereinsleben des SK Werther spielte sich natürlich nicht nur auf der büro- kratischen Ebene ab. Oftmals in den vergangenen Jahren konnte man sich beim Wertheraner Stadtfest einbringen, sei es mit Simultanschach oder Aufgaben für Zuschauer, bei deren Lösung Buchpreise zu gewinnen waren.

Regelmäßig einmal im Jahr findet ein Ausflug der Jugendmannschaft ans Hücker Moor statt, bei dem der langjährige Jugendleiter Paul Sahrhage - im übrigen nicht nur hier - hilfreich zur Seite steht. Eine Veranstaltung jedoch konnte in all den Jahren des Bestehens bisher noch nicht realisiert werden. Ein Vereinsausflug mit allen Mitgliedern findet sich nicht in den Annalen. Vielleicht können wir daran gehen, diesbezügliche Defizite mit dem Schwung des gegenwärtigen Jubiläumsjahres zügig abzubauen.

Werther, im Februar 1999
Claus Meyer (1. Vorsitzender)

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Die Geschichte des "Schloss-Opens"

Die Vorgeschichte

Die Tatsache, an dieser Stelle über die Entwicklung eines Turniers schreiben zu können, das erst seit knapp vier Jahren Bestand hat, ist möglicherweise für manche befremdlich. In erster Linie zeigt es jedoch, wie schnell das seit 1995 veranstaltete Ereignis sich einen festen Platz in der bundesdeutschen Turnierlandschaft sichern konnte. In den Jahren seiner Durchführung verlief die Entwicklung rasant, konnten der Schachklub und der Sponsor, die Kreissparkasse in Halle, an der stetigen Expansion des Schloß-Opens mitwirken.

Ideen für die Durchführung einer derartigen Veranstaltung bestanden erstmals in den frühen 90er-Jahren, als der Verfasser dieser Zeilen (damals noch 2. Vorsitzender) mit dem damaligen Jugendwart Stephan Kanditt Überlegungen über die Möglichkeiten, Risiken und Modalitäten einer solchen Veranstaltung anstellte . Bis zur Realisierung war es dann noch ein weiter Weg. Widerstände im eigenen Verein, Skepsis gegenüber der Durchführ- barkeit, Fragen nach geeigneten Örtlichkeiten - alles dies galt es aus dem Weg zu räumen. So konnte der ursprünglich vorgesehene erste Veranstaltungstermin im Sommer 1993 schließlich nicht realisiert werden.

Mit der Einweihung des Hauses Werther und seiner Bürgerbegegnungsstätte im Jahre 1994 war die Frage nach der Logistik zumindest geklärt. Schnell kam man überein, diesen Versammlungsort (das sogenannte »Schloss«) auch als Schauplatz des überregionalen Schachturniers zu bestimmen. Der Name des Festivals ergab sich daraus fast wie von selbst.

Die Premiere 1995

1995 fand dann die Erstausgabe statt. Immerhin 80 Teilnehmer konnte das Organisa- tionsteam um Claus Meyer, Holger Sahrhage und dem Hauptturnierleiter Stephan Kanditt zum Auftakt begrüßen - Skeptiker waren anfangs lediglich von 50 bis 60 Schach- enthusiasten ausgegangen, die ihrer Meinung nach den Weg zum Wertherberg finden würden. Fünf Runden nach Schweizer System wurden und werden heute noch gespielt. Das Preisgeld für den Erstplazierten betrug damals noch "bescheidene" 500 DM. Das Echo war durchweg positiv; in Meckerkästen geworfene Zettel der Teilnehmer ermun- terten uns u. a. mit den Worten »Auf zum 2. Schloss-Open 1996«. Die Geburt des neuen Schachkindes konnte also als geglückt angesehen werden.

Da passte es ins Bild, daß sogar ein Akteur aus der nächsten Umgebung den Siegerpokal mit nach Hause nehmen durfte. Karl-Ulrich Goecke vom Nachbarn SK Halle verfügte am Ende als einziger über 4,5 Punkte, konnte dabei im Schlußakkord den bis dahin souverän auftretenden Josip Gazic bezwingen. Gazic hatte in der Runde zuvor immerhin den DWZ-Favoriten FM Mehmed Pasalic in einer glänzenden Partie überspielt. Besagter Gazic sollte auch in den nächsten Jahren noch häufiger eine sowohl tragende als auch tragische Gestalt der Schloss-Open werden.

Die Zweitausgabe 1996

Für 1996 hatte sich das Preisgeld für Rang eins auf 750 DM erhöht. Gleichzeitig mit den gestiegenen finanziellen Anreizen waren auch eine Reihe hochkarätiger Spieler (hoffent- lich nicht nur wegen des Mammons) im Schloß erschienen, allen voran FM Heiner Matthias vom NRW-Ligisten Lippstädter SV sowie der für Zugzwang Minden spielende FM Rüdiger Seger; beide mit einer Wertungszahl von 2370 respektabel ausgestattet.

Vielleicht war es im nachhinein etwas unglücklich, daß die Turnierfavoriten erst in der letzten Runde aufeinander trafen. Heiner Matthias reichte ein Remis zum geteilten ersten Platz, Rüdiger Seger hätte nach einem halben Punktverlust in Runde vier gegen Matthias Krallmann (SG Enger-Spenge) schon voll auf Sieg spielen müssen, um seine Chancen auf den Gesamtgewinn zu erhalten. Dabei wäre er allerdings Gefahr gelaufen, bei einem Verlust der Partie alle Chancen auf ein Preisgeld zu verspielen. So trennte man sich nach 16 wenig spektakulären Zügen unentschieden.

Am Ende lagen gleich vier Spieler punktgleich mit 4,5 Zählern auf Rang eins. Es mußte die Buchholz-Wertung bemüht werden, um festzustellen, daß Heiner Matthias sich vor Heiko Kummerow, Alexander Hoffmann und Matthias Krallmann den Siegerpokal gesichert hatte. Zum Trost der drei letztgenannten wurde das Preisgeld immerhin geteilt (bei Pokalen ist das naturgemäß etwas schwieriger). Etwas enttäuschend verlief das Turnier übrigens für Titelverteidiger Karl-Ulrich Goecke. Nach einer überraschenden Niederlage in Runde eins hatte er früh Boden verloren und mußte sich am Ende mit drei Punkten und Rang 40 begnügen.

Ach ja, die Teilnehmerzahl: 94; wir näherten uns mit Riesenschritten dem ersten Hunderter.

1997: Jahr der Neuerungen

Schon 1997 waren wir dann mit 104 Schachinteressierten im dreistelligen Bereich. Die Veranstaltung hatte noch ein Novum zu bieten. Zum ersten Mal hatten wir zwei Gruppen gebildet, die B-Gruppe für Akteure mit einer DWZ bis 1800, die A-Gruppe für die stärkeren. Entsprechend steigerte die Kreissparkasse ihren Beitrag noch einmal auf 1000 DM. In der Siegerliste blieb bei den Cracks alles beim alten. Ein souveräner Heiner Matthias gewann mit 4,5 Punkten und behielt damit diesmal den Siegerscheck für sich allein. Auf Platz zwei folgte IM Viesturs Meijers vom Godesberger SK (wo wir schon beim Novum sind: mit Meijers und Reinhard Baumhus nahmen erstmalig zwei Internationale Meister beim Schloß-Open teil), den Matthias in der vierten Runde hatte bezwingen können. Es folgten mit ebenfalls vier Punkten Conrad Schormann (ZZ Minden) und Thomas Schwarz (SV Bad Oeynhausen).

In Gruppe B - die Reihe der Neuartigkeiten will nicht abreißen - lagen mit Daniel Saavedra (SK Münster) und Patrick Kürble (SK Diepholz) am Ende zwei Teilnehmer mit jeweils 4,5 Punkten vorn. Da auch alle denkbaren Feinwertungen identisch waren, mussten Blitzpartien die Entscheidung bringen. Aber auch hier erwiesen sich die Kontrahenten als äußerst hartnäckig und ausgesprochen gleichwertig in der Spielstärke. Zu später Stunde, Sponsoren und Zeitungsvertreter - beide zudem mit den Feinheiten des Spiels nicht unbedingt vertraut - warteten schon ungeduldig, mussten Saavedra und Kürble sogar noch ein drittes 5-Minuten-Match bestreiten, nachdem es in der regulären Verlängerung ein 1:1 gegeben hatte.

»In der dritten Partie konnte sich endlich Daniel Saavedra ? durchsetzen, nachdem sein Gegner offensichtlich vergessen hatte, wie sich ein Springer zu bewegen hat und ihn von c3 nach e1 zog.«

Das verschämte kleine Fragezeichen im Artikel (SKW-Jahresheft 1996/97) des ansonsten sehr gewieften Wertheraner Spielleiters mag als Beweis dafür dienen, daß selbst die Turnieroberen am Ende etwas die Übersicht darüber verloren hatten, wer als Sieger und wer als Verlierer die Stühle nach hinten rückte. Zu Sahrhages Ehrenrettung sei gesagt, daß tatsächlich Saavedra am Ende als Titelträger grüßte.

Spannende Dramaturgie 1998

1998: Erneut konnten wir die Teilnehmerzahl, diesmal auf 108, steigern. 44 von ihnen spielten in der A-Gruppe. Titelverteidiger Heiner Matthias war nicht unter ihnen. Zum Verdruss der Organisatoren und zur Freude (?) der auch diesmal wieder hochkarätigen Konkurrenz war dem zweimaligen Champion der Fahrer abhanden gekommen, welcher sich kurzfristig vom Turnier abgemeldet hatte.

Trotzdem entwickelte sich das bis dato wohl spannendste Schloss-Open. Gleich zu Beginn verlor mit Tobias Jugelt einer der Favoriten sensationell gegen Lokalmatador Daniel Ciaffone. Wer gedacht hatte, der ehemalige Deutsche Jugendmeister vom SK Delmenhorst würde nach dieser Schlappe resignieren, sah sich jedoch getäuscht. Jugelt gewann die nächsten vier Begegnungen und sicherte sich mit vier anderen Akteuren noch den geteilten ersten Rang. Um den Titel stritten zudem Edgar Prang, (PSV Duisburg), Rüdiger Seger, wieder einmal Josip Gazic sowie Guido Gößling (SG Detmold).

Dabei kam es in Runde drei zu einer denkwürdigen Partie zwischen Seger und Gazic, die der Mann vom SK Domovina durch einen aufdringlichen Freibauern auf der B-Linie für sich entschied. Auch im Schlussakkord wurde verbissen gekämpft. Prang und Gazic trennten sich remis, nachdem der Duisburger in Zeitnot einige klare Gewinnchancen ausgelassen hatte und Gazic sich nach einer Opferorgie ins Dauerschach rettete. Am Ende aber triumphierte doch Edgar Prang. Nach Sonneborn-Berger-Wertung setzte er sich knapp vor Rüdiger Seger durch. Josip Gazic, Tobias Jugelt und Guido Gößling folgten mit schwächerer Buchholz-Zahl auf den Plätzen. Dabei hatte Gazic besonderes Pech, da sein Erstrunden-Gegner aus dem Turnier ausgestiegen war und somit die Buchholz- Wertung für Gazic am Ende möglicherweise turnierentscheidend verfälschte.

In Gruppe B setzte Wilfried Köhler von KS Herford neue Maßstäbe. Zum ersten Mal gelang es einem Teilnehmer des Schloss-Opens, mit einem 100%-igen Ergebnis aus dem Turnier zu gehen. "Fünf aus Fünf" lautete Köhlers stolze Bilanz am Ende der drei Tage. Zusätzliche 400 DM Siegprämie mögen ihn darüber hinweggetröstet haben, daß er nicht wie ursprünglich gewollt in der A-Gruppe starten durfte.

Claus Meyer

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Die Mannschaften des SK Werther

Die 1. Mannschaft im Jubiläumsjahr
Die erste Mannschaft im Jubiläumsjahr (von links): Stephan Ullrich, Jan Mußgnug, Holger Sahrhage, Reinhard Geisler, Wieland Hoffmann, Oliver Mußgnug, Carsten Konczak und Manfred Daub. Es fehlen Rüdiger Kraetzer und André Wolfram

Da von der zweiten Mannschaft leider kein Foto existiert, hier die Aufstellung: Torsten Metzner, Reinhard Milsmann, Jürgen Saalmann, Heinz Upmann, Manfred Daub, Michael Henkemeier, Andreas Diembeck, Benjamin Rettstadt, Uwe Schupeta und Thorsten Beyer.

Die 3. Mannschaft im Jubiläumsjahr
Die dritte Mannschaft im Jubiläumsjahr (von links): Necati Dadandi, Volker Meise, Attilio Cucchieri, Klaus Kehring, Stefan Pfannkuch, Jonas Freiberger, Dennis Künstner und Philip Wadewitz. Es fehlen Ekkehard Weineck, Oliver Reif, Stefan Sahrhage, Ekkehard Hufendiek und Frank Pawellek.


Die 4. Mannschaft im Jubiläumsjahr
Die vierte Mannschaft im Jubiläumsjahr (von links): Claus Meyer (das Knie), Bernhard Sahrhage, Julian Kuhlmann (vorne), Feisal Schlee, Philip Wadewitz (vorne), Benjamin Gess, Necati Dadandi und Paul Sahrhage. Es fehlen Katharina Sahrhage, Sebastian Tappe, Damian Gansfort und Juri Kessen.

Holger Sahrhage

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Die sportlichen Höhepunkte

1949
|
1973
Da praktisch alle Dokumente aus dieser Zeit dem großen Brand 1973 zum Opfer fielen, können die damaligen Ereignisse nur noch bruchstückhaft rekonstruiert werden. Was durch Überlieferung von Zeitzeugen noch bekannt ist, kann bei der Historie nachgelesen werden.
1973
|
1981
In dieser Zeit ruhten die Aktivitäten des SK Werther.
1981 Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit einer Mannschaft in der Kreisklasse
1982 Aufstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksklasse und Meldung einer zweiten Mannschaft
1983 Die zweite Mannschaft tut es der ersten Mannschaft gleich und schafft auf Anhieb den Aufstieg in die Bezirksklasse. Eine dritte Mannschaft wird gemeldet!
1987 Nach einigen Jahren der sportlichen Stagnation werden zur Saison 1987/88 nur noch zwei Mannschaften ins Rennen geschickt.
1988 Nach einigen knapp gescheiterten Anläufen gelingt endlich der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Verbandsklasse.
1990 Aufgrund einer umstrittenen Entscheidung am »grünen Tisch« muß der SK Werther den bitteren Weg zurück in die Bezirksklasse antreten.
1991 Direkter Wiederaufstieg in die Verbandsklasse
1992 Die zweite Mannschaft steigt in die Bezirksklasse auf. Eine dritte Mannschaft nimmt den Spielbetrieb in der Kreisklasse auf.
1994 Nach zahlreichen hochkarätigen Neuzugängen schaffen alle drei Mannschaften den Aufstieg! SK Werther IV wird gegründet. U13-Jugendmannschaft bei der deutschen Meisterschaft.
1995 Die dritte Mannschaft steigt in die Verbandsklasse auf. In der Saison 95/96 spielen somit drei Mannschaften des SK Werther auf Verbandsebene (1. Mannschaft: Verbandsliga, 2. + 3. Mannschaft: Verbandsklasse).
1996 Für die dritte Mannschaft ist die Luft auf Verbandsebene doch ein bißchen dünn. Seit sechs Jahren des sportlichen Aufstiegs, steigt erstmalig wieder eine Mannschaft des SK Werther ab.
1997 Aufstieg der ersten Mannschaft in die Regionalliga - neben der Teilnahme der Jugendmannschaft bei der deutschen Meisterschaft 1994 wohl der größte sportliche Erfolg des SK Werther. Wermutstropfen ist der Abstieg der zweiten Mannschaft aus der Verbandsklasse.
1998 Die erste Mannschaft muß einsehen, daß die Konkurrenz in der Regionalliga doch zu stark ist und muß wieder zurück in die Verbandsliga. Dafür schafft die zweite Mannschaft den direkten Wiederaufstieg in die Verbandsklasse.


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Die Wertheraner Stadtmeister seit 1982

1982 Jürgen Schäfer
1983 Reinhard Geisler
1984 Reinhard Geisler
1985 Henning Müller
1986 -
1987 Frank Wittenbrock
1988 Reinhard Geisler
1989 Reinhard Geisler
1990 Reinhard Geisler
1991 Frank Wittenbrock
1992 Bernd Schürmann
1993 Bernd Schürmann
1994 Reinhard Geisler
1995 Bernd Schürmann
1996 Bernd Schürmann
1997 Oliver Mußgnug
1998 Stephan Ullrich


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Jugendschach im SK Werther - vom Gartenschach zur Deutschen Meisterschaft

Alles begann im Sommer 1981 in der Gartenlaube eines Mitbegründers des kurz zuvor wieder ins Leben gerufenen SK Werther. Ein paar Kinder und Jugendliche trafen sich wöchentlich und ließen sich von den erfahreneren Akteuren die Grundzüge des Schachspiels zeigen. Die Gruppe wuchs rasch an, so daß die Örtlichkeiten langsam zu eng wurden. Dazu kam noch der herannahende Winter, der das königliche Spiel im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Zitterpartie werden ließ. Ein Umzug musste her!

Glücklicherweise fand man im BVW-Heim der hiesigen Fußballer ein Quartier, mit dem einer weiteren Expansion der Vereinsjugend nichts mehr entgegen stand. Zudem kümmerten sich mit Heinz Schneider und Paul Sahrhage zwei außerordentlich engagierte Betreuer um die Jugendarbeit, so daß sich auch bald die ersten sportlichen Erfolge einstellten. Vor allem die U15-Mannschaft konnte sich mehrmals auf OWL-Ebene den Vizetitel hinter den damals dominierenden Bündern sichern.

Tobias Marxen - das Jahrhundert-Talent

Ein Einschnitt in die Jugendarbeit bedeutete der umzugsbedingte Ausstieg Heinz Schneiders 1985. Zwar konnte Werther in den Folgejahren noch eine erfolgreiche Jugendmannschaft ins Rennen schicken, jedoch blieb der Nachwuchs aus, so daß 1990 erstmals keine Jugendmannschaft mehr an den Start ging.

In diese Zeit (1988) fiel allerdings auch die Entdeckung des größten Schachtalentes, das der Wertheraner Schachklub jemals hervorgebracht hat. Der damals erst 8jährige Tobias Marxen zeichnete sich durch eine ungeheure Auffassungsgabe aus und versetzte seine viel erfahreneren Gegner in ungläubiges Staunen, wenn er sie regelrecht schwindelig spielte. Leider verließ Tobias nach nur zwei Jahren umzugsbedingt den Verein in Richtung Münster und später Berlin. 1992 startete er bei der U12-Weltmeisterschaft und belegte dort als bester deutscher Teilnehmer den geteilten 7. Platz unter 68 Akteuren!

Mit Stephan Kanditt und Rüdiger Kraetzer zur Deutschen Meisterschaft

Neuen Schwung brachte der aus der eigenen Jugend herangewachsene neue Jugendwart Stephan Kanditt mit den von ihm 1992 erstmals organisierten Ferienspielen, welche auf Anhieb ein großer Erfolg waren. Im gleichen Jahr stieß mit Rüdiger Kraetzer ein sehr starker und erfahrener Jugendtrainer zum Verein, der sogleich in die Jugendarbeit mit eingebunden wurde. Das kontinuierliche Training der Folgejahre wurde 1994 mit der Teilnahme einer Wertheraner U13-Mannschaft an der Deutschen Meisterschaft belohnt.

Im Vordergrund steht der Spaß am Spiel

Wer jedoch denkt, beim Jugendtraining ginge es immer bitter ernst zu, liegt völlig falsch. Zwischendurch kann sich der Nachwuchs beim Tandemschach, Rundlauf oder anderen Abarten des Schachspiels austoben.

Jeden Donnerstag von 18:00 - 19:30 Uhr treffen sich die Nachwuchstalente des SKW. Jugendwart Benjamin Rettstadt, Jugendbetreuer Paul Sahrhage und der neue Jugendtrainer Klaus Hemmelgarn freuen sich über jedes neue Gesicht - auch Anfänger sind selbstverständlich jederzeit willkommen!

Holger Sahrhage (Spielleiter)

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Aus dem Vereinsleben

Außenstehende, die sich dem Schachsport nicht so intensiv widmen wie die Autoren dieser Festschrift, können sich meist kein Bild vom Vereinsleben eines Schachklubs machen. Man hört, dass sich bei einer Schachpartie die Kontrahenten teilweise über sechs Stunden gegenüber sitzen. Dazu kommt noch das sonntägliche frühe Aufstehen zu den Meisterschaftsspielen der Mannschaften. »Die sind doch echt verrückt, diese Schachspieler.«

Zugegebenermaßen gehört einiges an Ausdauer und Ehrgeiz dazu, um ein erfolgreicher Schachspieler zu werden, und wohl jeder Schachspieler hat schon Situationen erlebt, in denen er am liebsten das Schachbrett für immer in die Ecke verbannen wollte. Um so größer ist daher die Freude, wenn man nach zähem Ringen seinen Gegner Schachmatt gesetzt hat oder wenn nach einem gewonnenen Mannschaftskampf der Aufstieg ausgiebig gefeiert wird.

Oft genug steht auch einfach nur der Spaß im Vordergrund. So findet zum Beispiel jedes Jahr im Juni ein Open-Air-Schachfestival in Hücker-Aschen statt, bei dem immer eine Mannschaft aus Werther mit von der Partie ist. Neben Schachvereinsmannschaften nehmen in einem gesonderten Turnier auch Teams von örtlichen Vereinen teil. Bei knallender Sonne, kühlem Bier und Musikuntermalung kommt schnell Volksfestatmosphäre auf. Das Resultat der Partie ist da eher Nebensache.

Mühlenhof-Turnier
Der SK Werther beim Mühlenhofturnier in Hücker-Aschen 1994


Siegerehrung
Siegerehrung

Während der Sommermonate, wenn der Meisterschaftsbetrieb ruht, gibt es außerdem zahlreiche Gelegenheiten, große »Opens« mitzuspielen. So verbinden einige SK-ler regelmäßig ihren Urlaub mit der Teilnahme an großen internationalen Turnieren. Bei den mit Großmeistern besetzten Veranstaltungen gibt es für die hiesigen Amateure natürlich nichts zu holen. Eine Ausnahme bildet ein leidenschaftlicher Radfahrer des SK Werther, der jedes Jahr nach Katalonien zum Schachturnier reist und für die Überquerung der Pyrenäen per Fahrrad eine besondere Auszeichnung des Veranstalters erhielt.

Am Spielabend des Vereins gibt es ein reichhaltiges Angebot für Anfänger und Fortgeschrittene. Während sich die »Profis« in Turnieren messen, besteht für Hobbyspieler jederzeit die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten bei einer lockeren Partie zu unterhalten. Neue Schachspieler sind also immer herzlich willkommen!

Der Schachklub Werther trifft sich jeden Donnerstag (außer an Feiertagen) um 19:30 Uhr zum Spielabend im »Storck-Haus« (Alte Bielefelder Str. 14). Vorher (ab 18:00 Uhr) kommen Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren zum Zuge.

Holger Sahrhage

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Sedan-Schach

Was macht ein frustrierter Schachspieler am Sonntagnachmittag, nachdem die Mannschaft mal wieder verloren, man selbst schlecht und die anderen noch schlechter gespielt haben?

In Werther führt das nicht dazu, Trübsal zu blasen, nein, statt dessen pilgert man in eine nahegelegene Kneipe. Dort findet dann zuweilen eine Art außerordentliche Hauptversammlung statt, so rege ist für gewöhnlich die Beteiligung.

Aber was bringt eine Horde halbwegs zivilisierter Menschen dazu, sich in einer verrauchten Kneipe bei zumeist schummriger Beleuchtung an einen Tisch zu quetschen und dann stundenlang lautstark darüber zu philosophieren, welche Strategie die richtige und welches kombinatorische Feuerwerk das beste sei?

Man belagert den größten Tisch und höchst willkürlich wird ein Opfer herausgegriffen und dessen Partie seziert. Der Arme muss dann Rede und Antwort stehen, was er sich denn wieder bei diesem oder jenem Zug gedacht habe, falls er sich überhaupt etwas dabei gedacht hat. Dabei verstellen diverse Teller und noch mehr Gläser den Blick eines manchen zum Schachbrett. Um dies zu beheben, wird von unserer dienstältesten Koryphäe R. G. schon mal das eine oder andere Weizenglas in die Horizontale befördert. Auch erfreut man sich immer wieder seiner lebhaft vorgetragenen Schachanekdoten, die ihm in seiner jahrzehntelangen Karriere widerfahren sind. Zu gerne würde ich an dieser Stelle, eine solche wiedergeben, aber es ist einfach unmöglich, seine unnachahmliche Art in schriftliche Form zu bringen - das muss man schon live erleben!

Die Stimmung ist feucht-fröhlich, würde mancher nur ebenso schnell die Schachfiguren ziehen wie er sein Alt nachbestellt, so käme er nicht regelmäßig in Zeitnot. Im übrigen reden alle durcheinander, und die Vorschläge sind selten wirklich hilfreich oder sinnvoll, wie die heimische Computeranalyse nachher zeigt. Zugvorschläge unseres experimentierfreudigen Gambitexperten A. D. werden meist pauschal mit »Blödsinn ...« unwirsch abgelehnt. In der Regel wird so lange analysiert, bis Verlustpartien zu Gewinnstellungen erklärt werden und umgekehrt. Nach mehrstündiger Analyse und mit einigen Bieren intus geht man dann am Abend mit der Erkenntnis nach Hause, daß alle mal wieder unnötig verloren haben, die Mannschaft eigentlich hätte gewinnen müssen und beim nächsten Mal alles besser wird.

Stefan Pfannkuch (Regimekritiker)

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